Paradies auf den zweiten Blick

Wie schön, dass ihr bei den Suchbildern der letzten Rätselnuss gerne mitgezählt habt. Liebe Iris, liebe Claudia, ihr wart auch richtig gut. Es sind tatsächlich 14 Schnecken und 13 Frösche – zumindest wie ich es sehen kann.

Wenn ich micht verzählt habe, sollten es 13 Frösche sein…

… und sogar 14 Schnecken, zumindest auf der großen braunen Pflanze.

Wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, kann man solche Suchbilder fast überall in die Natur finden. Gerade an Stellen, die vielleicht nicht unserem Idealbild von „schöner Natur“ entsprechen, mache ich oft ganz überraschende Funde. So auch auf der „Schneckenwiese“. Eigentlich ist es ein Grünstreifen vor meinem Arbeitsplatz zwischen Parkplatz und Gebäude, der mit einer Blühmischung bepflanzt wurde. Im Frühling blühte es dort tatsächlich recht bunt, Bienen und Hummeln freuten sich und keiner beschwerte sich. Als es im Sommer dann eher nach „Gestrüpp“ aussah, freuten sich die Bienen und Hummeln zwar immer noch, aber von meinen Kollegen hörte ich öfter Beschwerden wie „Sieht hässlich aus“ oder „Können die das nicht mal mähen“. Lustigerweise nur solange, bis ich sie auf die Unzahl kleiner Schnecken darin aufmerksam machte. Die fanden die meisten dann doch irgendwie niedlich oder interessant oder trauten sich zumindest in meiner Gegenwart nicht mehr darüber zu schimpfen 😉

So sah es auf der Schneckenwiese im Sommer aus.

Yin und Yang oder eher Schneck und Schneckchen?

Hier genießt eine der verspäteten Heideschnecken ihr Frühstück an einem kühlen Herbstmorgen.

In den letzten Wochen staunte ich immer wieder, wie die die Heideschnecken in der morgendlichen Kühle aktiv waren. Allerdings schienen sie auch das Nahen der dunkeln Jahreszeit zu spüren und suchten sich offenbar Verstecke für den Winter. Immer weniger hingen tagsüber an Pflanzenstängeln und lagen im Gras. Zum Glück. Denn so entgingen hoffentlich recht viele von ihnen der Mähmaschine. Die kam nämlich die Woche und verwandelte das Schneckenparadies in ein trostloses Stoppelfeld. Schade eigentlich, denn auch die Meisen und Distelfinken schätzen die vertrockneten Stauden sehr. Ein bisschen Aufklärungsarbeit ist da bei den Gärtnern offenbar noch zu leisten.

Und dann kam die Mähmaschine…

Überhaupt staune ich immer wieder, wie kreativ Tiere und Pflanzen bei der Besiedlung neuer Lebensräume sind. Unsere Maßstäbe dürfen wir da wirklich nicht anlegen. Sehr beeindruckt hat mich auch ein Besuch in einem aktiven Steinbruch in der Nähe. Auf den ersten Blick hat es dort eher etwas von Mondlandschaft, aber für manche Spezialisten ist er ein wertvoller Lebensraum. Aber das ein anderes Mal. Vielleicht möchtet ihr ja schon einmal raten, wen wir dort alles getroffen haben 🙂

Entspricht auf den ersten Blick nicht ganz der Idealvorstellung von einem wertvollen Biotop – aber könnt ihr euch vorstellen, wer hier alles gerne wohnt?

4 Kommentare zu “Paradies auf den zweiten Blick

  1. Doris
    13. November 2018 um 11:19

    Hm, in dieser „Mondlandschaft“ kann ich mir auf jeden Fall Eidechsen vorstellen. 🙂 Bin gespannt, wen Du sonst noch so alles getroffen hast.
    Kommt es mir nur so vor oder gibt es tatsächlich wesentlich mehr von den kleinen Gehäuseschnecken? Ich weiß nicht ganz genau, wie die heißen, aber bei mir im Garten habe ich massig davon, auch jetzt noch bei den kühleren und teilweise wirklich sehr kühlen Temperaturen.
    Viele Grüße,
    Doris

    • mirjam
      2. Januar 2019 um 18:43

      Ob es mehr von diesen kleinen Schnecken gibt, ist eine gute Frage. Von ihnen gibt es auch sehr viele unterschiedliche Arten. Was mir dagegen auffällt, ist, dass die Bänderschnecken ziemlich abgenommen haben – also diese mittlerer Größe mit den hübschen bunten Häuschen.

  2. 8. Dezember 2018 um 19:48

    Liebe Miriam
    Dein Yin und Yang Foto ist so wunderschön. Bei uns in der Nähe gibt es auch so ein „Biotop „da haben sich Gelbbauchunken angesiedelt. Eine wunderschöne Adventszeit
    Gruß Claudia

    • mirjam
      2. Januar 2019 um 18:40

      Ach wie schön, die Gelbbauchunken sind tatsächlich auf solche frischen Biotope angewiesen. Es ist wirklich faszinierend, in welchen Pfützen sie sich wohl fühlen.

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