Insektensommer: Mitzählen und gewinnen

Ach, ihr Lieben, jetzt muss ich noch etwas schönes schreiben, nachdem ich mich durch die bizarren Abgründe der neuen Datenschutzverordnung gekämpft habe. Eigentlich ja keine schlechte Sache, dass wir Nutzer mehr Kontrolle über unsere Daten bekommen sollen, nur fürchte ich fast, dass die, die es drauf anlegen und damit viel Geld verdienen, auch wieder jede Menge Schlupflöcher finden und den Kleinen, die ohnehin keine Gewinnabsicht haben, das Leben etwas schwerer gemacht wird. In den letzten Tagen ging bei vielen Bloggern offenbar die Angst um, dass sie wegen Kommentarfunktion und Newslettern auf ihren Seiten abgemahnt werden könnten. Allerdings scheint es zu reichen, eine etwas zehnmal so lange Datenschutzerklärung und eine Checkbox bei der Newsletteranmeldung einzufügen 😉

Ist er nicht wunderschön – der Schwalbenschwanz? Und sehr scheu war er auch nicht und hat sich in verschiedensten Posen fotografieren lassen.

Deswegen jetzt etwas Schönes! Draußen sprießt, blüht, summt, singt und brütet alles, dass es eine wahre Wonne ist. Die Natur strotzt vor Kraft und Leben im Frühsommer und daher ist er auch eine meiner liebsten Jahreszeiten. Sicher habt ihr auch schon die Meldungen in den Medien über das Insektensterben verfolgt. Ich habe wirklich versucht mich zu erinnern, ob es früher mehr Insekten gab, aber kann es wirklich schlecht einschätzen. Deswegen sind quantitative Daten auch so wichtig wie sie eben zum Beispiel die Krefelder Insektenfreunde über Jahrzehnte gesammelt haben. Deswegen ruft der Nabu dieses Jahr vom 1.-10.Juni zum ersten Mal alle Bürger auf, im Rahmen des Insektensommers für eine Stunde an einem Ort der Wahl alle Insekten zu zählen, die dort vorbeikommen – quasi die „Stunde der Gartenvögel“ für Krabbeltierchen. Im ersten Moment dachte ich: Wie soll ich denn die alle zählen und vor allem bestimmen? Aber ganz so tragisch ist es nicht. Man soll vor allem auf acht leicht erkennbare Arten wie Tagpfauenauge, Florfliegen oder asiatische Marienkäfer achten (hier auf dem Meldebogen) und beim Rest einfach das zu zählen, was man kennt. Eine App mit Bestimmungshilfen und einer Online-Meldefunktion soll es auch noch geben.

Um zu erraten, wie dieser Käfer heißt, muss man kein Entomologe sein. Das ist ganz eindeutig ein Schenkelkäfer 😉

Weil mir die Aktion so gut gefällt, möchte ich hier ein kleines Gewinnspiel dazu veranstalten. Alle, die mir bis zum 17.6.18 (bis dahin müssen alle Meldungen beim Nabu eingegangen sein) geschrieben haben, dass sie mit gezählt und gemeldet haben und beim Gewinnspiel dabei sein möchten – entweder hier in den Kommentaren oder per Mail -, können den kleine Insektenführer „Welches Insekt ist das?“ gewinnen. Ich freue mich natürlich auch über eure Erlebnisse und Geschichten dabei, egal ob ihr mit in den Lostopf hüpfen wollt oder nicht.

Wer mitzählt und mag, kann dieses nette Büchlein gewinnen.

Ich weiß, dass Insekten bei vielen Mitmenschen nicht so furchtbar hoch auf der Beliebtheitsskala stehen. Manche trachten nach unserem Blut oder unseren Lebensmitteln, fressen an unseren wohl gehüteten Nutz- und Zierpflanzen, andere sind einfach nur lästig oder sogar beängstigend. Auch wenn wir sie vielleicht nicht mögen, sollten wir ihnen doch sehr dankbar sein. Wer würde sonst die Blüten bestäuben, aus denen unser Obst und Gemüse wächst? Wer Fäkalien und Kadaver draußen verwerten? Oder als Nahrung für Vögel und andere größere Tiere dienen? Mit anderen Worten wir und der Rest des Ökosystems sind einfach auf die Dienste der Insekten angewiesen. Und wenn man sich einmal die Zeit nimmt, sie bei ihren Beschäftigungen zu beobachten, tun sich viele spannende Geschichten auf. Seid ihr dabei?

Eigentlich wollte ich den Diptam fotografieren, aber da bekam ich Gesellschaft von ganz vielen kleinen drolligen Wollschwebern.

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7 Kommentare zu “Insektensommer: Mitzählen und gewinnen

  1. 26. Mai 2018 um 16:03

    Liebe Mirjam
    wieder eine ganz tolle Aktion. Leider kann ich nicht mitmachen, meine Tochter geht jetzt wieder arbeiten und so habe ich öfters meine Enkel . Mein 4 Jähriger würde schon mitmachen aber unser Zwergle ist erst 13 Monate. Doch Naturgucker hat mir auch eine Mail gesendet und da habe ich gelesen, dass man auch bestimmen helfen kann. Da werde ich mich dann abends damit beschäftigen und hoffentlich manche Insekten erkennen.
    Liebe Grüße
    Claudia

    • mirjam
      27. Mai 2018 um 13:16

      Das klingt, als wärst du gut beschäftigt mit den beiden Kleinen. Die halten dich sicher gut auf Trab. Aber abends beim Bestimmen zu helfen, ist eine super Idee! Da freut sich bestimmt der ein oder andere über deine Hilfe. So viel Einsatz finde ich wirklich toll!

      Liebe Grüße,
      Mirjam

  2. Doris
    27. Mai 2018 um 15:55

    Hallo Mirjam,
    Du warst ja ganz fleißig in Bezug auf die DSGVO, prima. 😉 Gerade heute habe ich von der Zählaktion in der Zeitung gelesen. Es ist also egal, ob man im Garten oder irgendwo draußen zählt, richtig? Mal schauen, ob ich das bis zu Deiner Deadline in einer Mußestunde auf die Reihe kriege. Außer Hummeln und einem asiatischen Marienkäfer habe ich heute noch nicht viel gesehen…
    Viele Grüße!
    Doris

    • mirjam
      1. Juni 2018 um 14:03

      Ja, wo du zählst, ist egal. Gerade auch aus Gärten und Siedlungsgebieten sind die Daten wichtig. In Naturschutzgebieten wird ja oft ohnehin kartiert. Hummeln und asiatische Marienkäfer sind doch schon mal gut.

      Liebe Grüße,
      Mirjam

      • 7. Juni 2018 um 18:56

        Prima. Die Zählhilfe habe ich mir runtergeladen. Da bin ich gespannt … das könnte ernüchternd bzw. erschreckend ausfallen! Aber vielleicht auch nicht. Ich hoffe das Beste.

        • mirjam
          8. Juni 2018 um 12:15

          Sehr schön! Ich bin sehr gespannt auf dein Ergebnis und auf meins. Ich will mich heute Nachmittag auch mal ein Stündchen auf die Wiese setzen und zählen. Hoffentlich hält das Wetter 🙂

  3. 17. Juni 2018 um 14:13

    Liebe Marijam,
    jetzt hatte ich schon einen langen Kommentar geschrieben, leider nicht vorher kopiert, und weg ist er.
    Ich denke auch, dass es weniger Insekten gibt, als früher. Erinnern wir uns an die Autofahrten mit unseren Eltern, da mußte im Sommer immer die Windschutzscheibe geputzt werden, weil man sonst wegen der toten Insekten schlecht sehen konnte.
    Aber zählen im Garten, dass ist nicht meins. Wir haben Bienenvölker im Garten stehen, jedes Volk hat im Sommer zwischen 40- und 60.000 Bienen. Nach draußen kommen allerdings nur die Flugbienen. Aber das sind schon viele, sie sind schnell unterwegs und sie zu zählen ist unmöglich.
    Schön, dass es deinen Blog noch gibt. Wegen der neuen Datenschutzverordnung sind doch viele verschwunden. Ich habe es auch gewagt, hoffentlich geht es gut. Für Privatpersonen ist die neue Verordnung unmöglich und es macht alles unnötig kompliziert.
    Liebe Grüße
    Agnes

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