Wohin die Liebe fällt

Sonnenschein, bunte Frühlingsblumen, zwitschernde Vögel – da lassen die Frühlingsgefühle nicht länger auf sich warten. Wenn die Hormone verrückt spielen, wissen wir Menschen manchmal nicht mehr so recht, was wir tun. Warum sollte das anderen Wesen anders gehen? Aber von vorne. Vor etwa drei Wochen erwachte unser Dorfteich zum Leben. Die Grasfrösche trafen sich zur Paarung und ihr leise knurrender Gesang klang überall aus dem toten Schilf. Manche Männchen klammerten sich schon auf der Wanderung an ihrer Auserwählten fest und ließen sich Huckepack zum Wasser tragen. Sicher ist sicher. Denn alleine mit Liebesliedern scheint man bei Froschdamen nicht landen zu können. Da braucht er schon etwas mehr körperlichen Einsatz, vor allem im dichten Gedränge an den begehrten Laichplätzen. Dort geht es nicht gerade zimperlich zu.

Der Grasfroschmann hat schon vor der Ankunft am teich alles richtig gemacht und lässt sich von seiner Auserwählten tragen 😉

Nach einigen Tagen wurden die Frösche weniger und ließen dicke Laichballen zurück. Vereinzelt sangen noch späte Froschmännchen in Schilf, aber kaum mit der Chance auf eine Partnerin. Wer zu spät kommt, hat bei den Grasfröschen wohl einfach Pech. Letzte Woche betraten dann neue Akteure die Bühne am Teich. Mit glockenhellen Stimmen sangen die ersten Erdkröten und von Tag zu Tag kamen mehr dazu, bis an den Lieblingsplätzen wieder dichtes Gedränge herrschte. Ein paar Grasfrösche, die offenbar leer ausgegangen waren, ließen ihr Lied immer noch hören. Offenbar wollten sie einfach nicht aufgeben und bei näheren Hinsehen wurde ich Zeugin eines Amphibienliebesdramas. Ein Knäuel von Körpern kam irgendwie so gar nicht zur Ruhe, da wurde getreten und gestoßen. Einer der verschmähten Grasfrösche hatte sich offensichtlich an ein Krötenpaar geklammert und wollte dort zum Zuge kommen. Die Kröten wehrten sich allerdings vehement gegen den fehlgeleiteten Verehrer. Aber seht selbst.



Ob der Arme irgendwann aufgegeben hat? Hoffentlich noch, bevor die Krötendame, die ja als Unterste in Wasser getaucht wurde, keine Luft mehr bekam. Tja, Verliebtsein scheint nicht nur für uns Menschen eine schwierige Sache 😉

8 Kommentare zu “Wohin die Liebe fällt

  1. 25. März 2017 um 17:18

    Oh jeh aber ich denke die große Kröte wurde mit dem Frosch fertig . Man sieht rechts so schön die Krötenschnüre.
    Bei uns am Teich war letzte Woche noch Ruhe , kommt bestimmt aber auch bald. Tolles Video
    Schönes Wochenende
    Claudia

    • mirjam
      2. April 2017 um 11:38

      Ja, ich hoffe auch sehr, dass die Kröte stark genug war, mit den beiden Männern fertig zu werden. Bei euch ist es jetzt bestimmt auch schon losgegangen am Teich, oder? So warm, wie es war, müssten inzwischen alle Kröten aufgewacht sein.

  2. 26. März 2017 um 22:08

    Für die Krötendamen ist die Aktion nicht immer so angenehm, fürchte ich, die müssen echt einiges aushalten. Bei uns stehen die Krötenzäune an zwei bestimmten Straßen mit Seenähe jetzt seit einer guten Woche. Auf einer anderen Verbindung ist abends ein Fahrverbot verhängt. Ich frage mich nur manchmal, wie die Wanderer wieder zurückkommen, wenn das Laichgeschäft erledigt ist.Die bleiben doch nicht da am See. Aber da wird dann nicht mehr gesperrt und gesammelt. Weißt Du, wie das läuft, Mirjam?

    Liebe Grüße,
    Doris

    • mirjam
      2. April 2017 um 10:53

      Tja, das ist tatsächlich ein Problem von vorübergehenden Straßensperrungen und den zeitlich begrenzten Krötenzäunen: Weder die Rückwanderung der Alttiere noch das Abwandern der Jungtiere im Sommer wird dadurch geschützt. Klar sind die vorübergehenden Maßnahmen besser als nichts, aber auf die Dauer bieten permanente Einrichtungen wie Krötentunnel natürlich einen besseren Schutz, machen weniger Arbeit und helfen auch anderen Tieren. Schön erläutert findest du das auf der Seite des Nabu hier und hier.

      • 14. April 2017 um 10:23

        Danke für die Links! Ich wundere mich nur immer, warum man dann später im Jahr nicht so viele überfahrene Kröten auf der Straße sieht. Vielleicht, weil sie dann nicht so geballt unterwegs sind wie im Frühjahr? Ich werde nachlesen.

        • mirjam
          14. April 2017 um 19:45

          Ja, das würde mich auch interessieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Abwanderung zeitlich viel weniger geballt stattfindet. Und eine interessant-traurige Sache habe ich auch rausgefunden: Von den laichenden Weibchen stirbt schon ein ordentlicher Anteil vor Verausgabung noch im Laichgewässer. Deswegen laichen die Krötenweibchen auch nicht jedes Jahr und so entsteht der große Männchenüberschuss und das Gerangel um die Damen…

  3. 1. April 2017 um 17:23

    Hallo Mirjam.

    Toller Bericht.
    Hier ist die Wanderung auch im Gange.

    Schönes Wochenende!

    LG

    Axel

    • mirjam
      2. April 2017 um 10:54

      Danke! Du hast aber auch schöne Krötenbilder geschossen.

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