Unerschrockene Frühlingsboten

Letzte Woche dachten wir hier schon, der Frühling hätte jetzt richtig Einzug gehalten. Dann fielen am Sonntag dicke Schneeflocken. Liegen bleibt er zwar nicht mehr der verspätete Schnee, aber es tut mir in der Seele weh, die blühenden Kirschbäume in Schneetreiben zu sehen. Seitdem macht das Aprilwetter allen seinen Vorurteilen Ehre. Sonne, Regen, Schnee, Graupel, Gewitter folgen ohne große Ruhepause aufeinander. Keine gute Zeit für Frühlingsboten. Und trotzdem gibt es ein paar unerschrockene, die selbst die Sonnenpausen zwischen zwei Niederschlägen nutzen. So eine hatte ich zum Glück gestern für den Heimweg erschwischt. Auf dem Radweg waren mir in letzter Zeit schon öfter kleine schwarze Käfer aufgefallen, die ihn geschäftig überquerten.

Wer eilt denn da über den Weg?

Wer eilt denn da über den Weg?

Da musste ich genauer hinsehen, wer bei der Kälte unterwegs ist. Die unerschrockenen Wanderer entpuppten sich als Tatzenkäfer ( Timarcha tenebricosa). Ihren Namen verdanken sie den Tatzenförmig verdickten Gliedern an ihren Beinchen. Und wenn man sie so laufen sieht, passt „tatzeln“ ganz gut zu ihrer Fortbewegungsart.

Da tatzelt er, der Tatzenkäfer ;-)

Da tatzelt er, der Tatzenkäfer 😉

Die Tatzenkäfer gehören zu den Blattkäfern und sind ihre größten Vertreter in Mitteleuropa. Fliegen können sie nicht, da ihre beiden Flügeldecken miteinander verwachsen sind. Dafür beginnen sie schon im zeitigen Frühjahr umher zu tatzeln auf der Suche nach Partnern und ihrer Leibspeise, dem Labkraut. Also habe ich da neben der Taubenschwänzchenraupe letztes Jahr noch einen ausgesprochenen Labkrautliebhaber entdeckt und noch dazu einen mit einem besonders liebenswerten Namen. Jetzt weiß ich, wie ein Tatzenkäfer ausschaut. Ob ich wohl auch noch mal einen Tatzelwurm zu Gesicht bekomme? Jedenfalls habe ich es gestern gerade noch rechtzeitig nach Hause geschafft, bevor der nächste Graupelschauer mit Blitz und Donner loslegte…

8 Kommentare zu “Unerschrockene Frühlingsboten

  1. Astrid
    28. April 2016 um 19:48

    Liebe Mirjam,

    der ist ja goldig, der Tatzenkäfer! 🙂

    VG aus München,
    Astrid

    • mirjam
      29. April 2016 um 6:48

      Finde ich auch 🙂

  2. 30. April 2016 um 16:06

    Oh, der Tatzenkäfer sieht wirklich niedlich aus von der Seite. Kann mir gut vorstellen, wie der so über die Straße wackelt.
    Bei mir ist’s auch gerade sehr April-wetterig. Gestern dachte ich, ich nutzt mal die Sonne und letztendlich bin ich im Hagel wieder nach Hause gerannt (erstaunlich schmerzhaft son Hagelschauer).

    Herzliche Grüße aus Telgte,

    Gesche

    • mirjam
      1. Mai 2016 um 21:58

      Ja, das Wetter war echt April pur 😉 Dass es an einem Tag schönsten Sonnenschein, Regen, Schnee und Hagel zusammen gibt, kommt zum Glück nicht so häufig vor.

  3. 3. Mai 2016 um 12:52

    Ich glaube diesen lustigen Gesellen habe ich auch schon gesehen aber noch nie gewusst wie er heißt. Lobkraut habe ich auch im Garten vielleicht sehe ich ihn mal .
    Letzte Woche hatten wir auch noch einmal Schnee -gestern fast Sommer und heute regnet es bei 11 Grad. 🙁
    Liebe Grüße
    Claudia

    • mirjam
      7. Mai 2016 um 10:16

      Wenn du Labkraut im Garten hast, dann könnte es dem Taztenkäfer da auch gefallen. Vielleicht findest du im Sommer sogar eine Taubenschwänzchenraupe. Die sind kurz vor der Verpuppung auch so groß, dass man sie kaum übersehen kann.

      • 12. Mai 2016 um 23:02

        Das Taubenschwänzchen war am Wochenende bei uns aber für die Kamera zu schnell 🙂

        • mirjam
          13. Mai 2016 um 20:58

          Oh ja, schnell unterwegs sind die kleinen Brummer immer. ich drücke dir die Daumen, dass dir mal einer Zeit lässt, ihn auch zu knipsen 😉

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