Liebesglück am Teich

Teich am Frosch – so heißt das junge Biotop bei uns im Ort. Ganz zu Recht, wie man im Moment sehen kann, denn die Frösche lieben ihr neues Zuhause. Vor etwa 1 1/2 Jahren wurde hier auf einem feuchten Acker neben dem Bach von Naturfreunden ein kleiner Teich ausgehoben. Nach und nach wurde das frische Biotop von verschiedenen Arten besiedelt – Frösche, Wasserschnecken, Fische und eine Entenfamilie zogen ein. Im Winter wurde es dann wieder still, aber das ist jetzt vorbei. Letzte Woche drangen schon leise knurrende Rufe aus dem Schilf: die Paarungsrufe der Grasfrösche (Rana temporaria). Bei genauerem Hinsehen waren die Teichbewohner auch schon voll bei der Sache. Am Ufer schwammen große Laichballen und kurzer Zeit später tauchten ihre Urheber wieder aus dem Wasser auf.

Bei den Grasfröschen steht reicher Kindersegen ins Haus.

Bei den Grasfröschen steht reicher Kindersegen ins Haus.

Hier versteckt sich ein Liebespaar im Wasser...

Hier versteckt sich ein Liebespaar im Wasser…

... und tauchen wieder auf.

… und tauchen wieder auf.

Von der Farbe gehören Grasfrösche ganz eindeutig zu den Braunfröschen. Von den beiden anderen Braunfroscharten lassen sie sich am einfachsten am Gesang unterscheiden. Er erinnert eher an ein leises Knurren als an typisches Froschquaken. Grasfrösche verbringen die meiste Zeit des Jahres an Land, wo sie nachts Jagd auf Schnecken, Würmer, Spinnen und andere Krabbeltiere machen. Gärtner dürfen sich also über diese Gäste in Teich freuen – zumal ihr Froschkonzert kaum einen Nachbarn stören sollte. Im zeitigen Frühjahr begeben sie sich auf die Wanderung zu ihren Laichgewässern, was ihnen im Volksmund auch den Namen Märzfrosch einbrachte. Zu ihrem Schutz und dem der anderen wandernden Amphibien sollte man im Moment die Frosch- und Krötenwanderungsschilder ernst nehmen und dort wirklich langsam fahren, sonst endet das Liebesglück der kleinen Wanderer, bevor es überhaupt richtig begonnen hat.

5 Kommentare zu “Liebesglück am Teich

  1. Astrid
    22. März 2015 um 14:00

    Schöner Beitrag! Auch meine Mama leert beim BUND grad wieder regelmäßig die Kröteneimer 🙂

  2. 22. März 2015 um 18:17

    Hallo Mirjam.

    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Wieder etwas dazu gelernt! Das Thema Frösche habe ich bis jetzt vernachlässigt. Es gibt so viel Interessantes…

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Wochenbeginn!

    LG

    Axel

    • mirjam
      22. März 2015 um 18:45

      Danke 😀 Ich bin gerade auch dabei, meine Artenkenntnis bei den einheimischen Amphibien etwas auszubauen. Eigentlich ein dankbares Gebiet, weil es nicht so unendlich viele Arten gibt 😉

      • Iris
        22. März 2015 um 19:46

        Liebe Mirjam,
        so früh im (doch jetzt noch recht kalten) Jahr schon Frösche in Frühlingsstimmung- da staune ich!
        Und freue mich schon auf weiteres Erstaunliches auf der Entdeckungsreise durch die heimische Amphibienwelt…
        Iris 🙂

        • mirjam
          22. März 2015 um 19:57

          Die kleinen Hüpfer sind wirklich hart im Nehmen. Ich habe mal meine Hand ins Wasser gehalten. Das ist noch ordentlich kalt. Ohne Sauna vorher würde ich da nicht reinspringen 😉 Mich wundert es auch, wie ein wechselwarmes Tier sich bei den Temperaturen überhaupt bewegen kann, aber da siegt der Liebeshunger wohl über die Kälte.

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