Sexhungrig und listenreich

Auch Pflanzen täuschen, aber nicht nur sie...

Auch Pflanzen täuschen, aber nicht nur sie…

Tricksen und täuschen ist ja nicht alleine uns Menschen vorbehalten, das ist auch in der Tierwelt weit verbreitet. Eine neuen Spielart des Täuschen bei Tieren ist eine australische Forscherin auf die Spur gekommen: der Täuschung mit Sexuallockstoffen. Von Orchideen kennt man es ja, dass sie in ihrer Blütenform und ihrem Duft Insektenweibchen nachahmen, um die entsprechenden Männchen als Bestäuber anzulocken. Das ist zwar auch eine Art des Schummeln, aber immerhin passiert den Insektenmännchen nichts, außer dass sie vielleicht etwas verwirrt werden. Anders geht es da bei einer australischen Art von Gottesanbeterinnen (Pseudomantis albofimbriata) zu. Die Männchen der meisten Gottesanbeterinnen müssen ohnehin nach dem Liebesspiel um ihr Leben fürchten. Immerhin hatten sie vorher die Chance, sich zu vermehren. Bei dieser speziellen Art konnte nachgewiesen werden, dass die Weibchen abhängig von ihrem Allgemeinzustand unterschiedlich viele Pheromone produzieren. Je besser genährt das Weibchen, desto mehr Pheromone und desto großer die Wahrscheinlichkeit, Männchen anzulocken. Klingt sinnvoll, denn die Überlebenschancen für den Nachwuchs sind bei einer fitten Mutter auch größer. Was macht also die Gottesanbeterin, die viel zu wenig Futter hat? Naja, sie kann sich ihr Futter schließlich anlocken. Tatsächlich konnte beobachtet werden, dass Weibchen, die extrem ausgehungert sind, sogar mehr Pheromonduft verströmen als bestens genährte, um damit Männchen anzulocken, um sie zu verspeisen. So kommen sie in der Not Dank liebeshungriger Freier besser über die Runden. Echte femmes fatales also die kleinen grünen Tierchen.

Link: „Sexual deception in a cannibalistic mating system? Testing the Femme Fatale hypothesis“,
Katherine L. Barry

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